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Selbstgefertigte Säckchen zur Aufbewahrung von Brot, Lager bei Abes (Petschora-Eisenbahn), Anfang 1950er Jahre.

Derartige Säckchen wurden häufig angefertigt. In der Regel hatten die Gefangenen sie stets bei sich, weil sie fürchteten, der Inhalt könne von Ratten gefressen oder von Mithäftlingen gestohlen werden.

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„Schädigung des Auges durch Avitaminose“. Vortragsmaterial der Lagerärztin Jekaterina Golz mit handgezeichneten Schautafeln für eine Lagerärztekonferenz, 44 Seiten. Lager in der Region Workuta, Dezember 1941.

J. Golz (1889–1943), russische Ärztin, 1938 Verurteilung zu acht Jahren Zwangsarbeit, Haft in verschiedenen Lagern in der Region Workuta, Tätigkeit als Ärztin, 1943 vorzeitige Entlassung.

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Hunger und Krankheiten

Ständiger Hunger gehörte zu den Grunderfahrungen der Häftlinge. Katastrophale hygienische Zustände und schlechte medizinische Versorgung verschlimmerten die Situation.

Auseinandersetzungen um die knappen Nahrungsmittel waren an der Tagesordnung. Lebensmittel hatten zumeist schlechte Qualität. Vor allem fehlte es an Fleisch, frischem Gemüse, Fett und Zucker. Nahrung, insbesondere Suppe, konnte nur empfangen, wer geeignete Behältnisse besaß. Ungeziefer verbreitete sich nahezu ungehindert. Epidemische Infektionskrankheiten wie Typhus und Ruhr drohten ständig. Häufig kam es zu Erfrierungen, Nachtblindheit und Skorbut. Es fehlte an qualifiziertem medizinischem Personal, Ausstattungen und Medikamenten.

Nur wenige Minuten konnten die Häftlinge ausruhen…

Häftlinge nehmen während einer Arbeitspause ihr Mittagessen ein

Häftlinge nehmen während einer Arbeitspause ihr Mittagessen ein, Weißmeer-Ostsee-Kanal, 1932.
Quelle: Sammlung „Memorial“, Moskau

Wo wurden erkrankte Häftlinge behandelt?

Aufnahmezimmer in einer Lagerkrankenbaracke

Aufnahmezimmer in einer Lagerkrankenbaracke, Lager in der Region Workuta, 1945.
Quelle: Staatsarchiv der Russischen Föderation, Moskau

Bericht von Nadeschda Surowzewa

„... über die Epidemie sagte man uns nichts, aber es war offensichtlich: In der Zone herrschte Flecktyphus ...“

Bericht von Nadeschda Surowzewa, 1989. (1:30 Min.)

N. Surowzewa (1896–1985), 1927 Verbannung in die Region Kolyma, 1936 Verurteilung zur Zwangsarbeit in der Region Kolyma, Arbeit als Krankenschwester im Lager.

Quelle: Nadeschda Surowzewa: Kolymaer Erinnerungen, Moskau 1989.

Bericht von Nadeschda Surowzewa, 1989. (1:30 Min.)

N. Surowzewa (1896–1985), 1927 Verbannung in die Region Kolyma, 1936 Verurteilung zur Zwangsarbeit in der Region Kolyma, Arbeit als Krankenschwester im Lager.

Quelle: Nadeschda Surowzewa: Kolymaer Erinnerungen, Moskau 1989.